11/20/2009

Ishmael Bernal: "Manila by Night"

Ishmael Bernals Chef-d’œuvre Manila by Night ist ein zu gleichen Teilen realistisches wie halluzinatorisches Porträt der philippinischen Metropole, dessen unglaubliche - und unglaublich souverän in Szene gesetzte - gesellschaftliche und (sub)kulturelle Reichweite sich zwischen dem wörtlichen und übertragenen Sinn seines Titels aufspannt. Nächtlich ist nicht nur das Setting der episodischen Erzählungen, nächtlich ist auch das vielgestaltige Treiben darin, das so gegensätzliche Orte wie bürgerliche Haushalte und Slumbehausungen, Schwulendiscos und Imbissbuden, Kranken- und Freudenhäuser im Zeichen ausgiebigen Geschlechtsverkehrs (von der Taille aufwärts und doch nicht prüde) wenn nicht eint so doch vergleichbar macht.

Der Sex von Manila by Night ist weder die Fortführung zwischenmenschlicher Kommunikation mit fleischlichen Mitteln, noch deren Überschreitung, geht weder in der Handlung auf, noch unterbricht er sie: Sex happens, und ist darin dem Zufall verschwistert. Am Ende weiß man nicht, ob dieses Manila ein schrecklicher oder ein wunderbarer Ort ist, nur, dass man gerne hinführe, wenn möglich noch heute Nacht.

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